Unsere Antwort: Warnstreiks

2. Verhandlungsrunde für die Krankenhausbeschäftigten mit den weiteren Streikmeldungen.

Bei den Tarifverhandlungen für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen schalten die Arbeitgeber auf stur. Das gilt nicht nur für die ver.di-Forderung nach sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro mehr Geld. Auch bei den Themen, die speziell das Gesundheitswesen betreffen, gab es in der zweiten Verhandlungsrunde am 12./13. März keinerlei Entgegenkommen. Im Gegenteil: Die kommunalen Arbeitgeber wollen noch Verschlechterungen durchsetzen. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Warnstreiks ausweiten, auf die Straße gehen, Druck machen. Damit sich die Arbeitgeber noch vor der nächsten Verhandlungsrunde am 15. und 16. April eines Besseren besinnen.

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ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft - Landesbezirk Baden-Württemberg

Stuttgart, 19. März 2018

Heute erster ganztägiger Warnstreik im öffentlichen Dienst – über 2.500 legen Arbeit nieder

Zum ersten Mal in der laufenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst haben heute über 2.500 Beschäftigte in Baden-Württemberg ganztägig die Arbeit niedergelegt. Betroffen sind von den Arbeitsniederlegungen vor allem die Kindertagesstätten in Stuttgart sowie zahlreiche Bereiche des öffentlichen Dienstes der Kommunen in Rastatt und Baden-Baden, im Zollernalbkreis, sowie in Oberschwaben. In Baden-Baden wird heute erstmals auch der Nahverkehr bestreikt. In Stuttgart sind 151 der 183 Kitas geschlossen. Bis zu den Osterferien hat ver.di weitere ganztägige Warnstreiks angekündigt.

Martin Gross, ver.di Landesbezirksleiter, sagte auf der Kundgebung in Sigmaringen: „In den vergangenen Wochen haben wir bewusst so gestreikt, dass Bürgerinnen und Bürger so wenig wie möglich betroffen waren. Das Ergebnis war leider: auch nach zwei von drei vereinbarten Runden gibt es keinerlei Angebot, trotz der vollsten öffentlichen Kassen aller Zeiten. Deshalb werden wir den Druck nun deutlich erhöhen.“

Neben Erzieherinnen und Sozialarbeitern streiken heute auch Beschäftigte der Verwaltungen, der Stadtwerke und bei der Abfallwirtschaft, bei Arbeitsagenturen, Bauhöfen, Sparkassen sowie auch in Kliniken.

Warnstreiks und Aktionen in Baden-Württemberg bis Mitte der Woche nach ver.di Bezirken, weitere Warnstreiks bis zu den Osterferien werden morgen angekündigt:

Bezirk Stuttgart
Dienstag, 20. März 2018
Warnstreik beim Landratsamt Rems-Murr und in Waiblingen, unter anderem bei Kitas, Stadtwerken, Verwaltung und Bauhöfen.
Kontakt: Ariane Raad 0170 3337838
Warnstreik in Stuttgart von 6:30 bis 10:00 Uhr in den Kitas in Bad Cannstatt und den Neckarvororten.
Kontakt: Eduard Hartmann 0151 64935909
Mittwoch, 21. März 2018
Warnstreik in Sachsenheim, Kitas und Verwaltung.
Kontakt: Ariane Raad 0170 3337838
Warnstreik in Stuttgart von 6:30 bis 10:00 Uhr in den Kitas in Vaihingen, Fildern, Mitte, West, Ost und Süd.
Kontakt: Eduard Hartmann 0151 64935909

 

Bezirk Fils-Neckar-Alb
Dienstag, 20. März 2018:
Warnstreik in den Landkreisen Tübingen und Reutlingen in zahlreichen Dienststellen, zahlreiche Kitas geschlossen, betroffen ist auch das Klinikum am Steinenberg.
Kundgebung um 12 Uhr auf dem Marktplatz in Reutlingen mit ver.di Landesbezirksleiter Martin Gross
Kontakt: Benjamin Stein 0151 15175847
Mittwoch, 21. März 2018
Warnstreik im Landkreis Esslingen, insbesondere Klinikum Esslingen, Kitas und Stadtverkehr Esslingen (SVE) Kundgebung auf dem Rathaus-Platz in Esslingen um 12 Uhr mit der stellvertretenden ver.di Landesbezirksleiterin Hanna Binder

 

Bezirk Ostwürttemberg-Ulm
Dienstag, 20. März 2018: Der Nahverkehr in Ulm wird für mehrere Stunden ab Betriebsbeginn bestreikt. Außerdem in Ulm die Stadtwerke, Müllabfuhr, Bauhöfe und weitere Dienststellen. Kundgebung: Betriebsgelände der EBU, Bauhoferstr. 9 in Ulm-Söflingen.
Kontakt: Maria Winkler 0171 6206030
Mittwoch, 21. März 2018: Warnstreik in zahlreichen Betrieben und Dienststellen in Heidenheim.
Kontakt: Maria Winkler 0171 6206030

Bezirk Südbaden
Dienstag, 20. März 2018: Warnstreik im Kreiskrankenhaus und der Kreisverwaltung in Emmendingen
Kontakt: Reiner Geis 0171 6805000

ver.di fordert für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Die Vorschrift, Auszubildende nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zu übernehmen, will ver.di wieder in Kraft setzen. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 12 Monate betragen. Der Bund wird aufgefordert, das Verhandlungsergebnis zeit- und wirkungsgleich auf die 344.000 Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richter, Soldatinnen und Soldaten sowie 182.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger zu übertragen.

Die nächste Verhandlungsrunde wurde für den 15. und 16. April 2018 in Potsdam vereinbart.